| 1565 | 4.0 : 2.0 | SC Gerthe 46-Werne 2 | 1366 | ||
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1
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0.5 – 0.5
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1657
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2
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1563
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0 – 1
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1595
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3
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1531
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0.5 – 0.5
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1486
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4
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1515
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1 – 0
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1296
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5
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1741
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1 – 0
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1236
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6
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1475
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1 – 0
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927
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Bericht von Robin Wüllner
So ein Schachspiel kann auf viele Arten und Weisen entschieden werden, sei es Unkonzentriertheiten, Zeitmangel oder der absolute Wunsch zu gewinnen, der dann nach hinten losgeht. An diesem Spieltag zumindest gab es bei uns sechs unterschiedliche Wege dorthin und mit dem Endergebnis von 2:4 gegen uns seltener die erfreulichen.
Joachim spielte eine Art Londoner System, aber tauschte früh einen Läufer ab. Auch seinen zweiten Läufer stellte er dem Gegner zum Tauschen hin, diesmal für einen Springer. Jetzt musste Joachim seine Bauern verteidigen, aber er fand hier die richtigen Züge. Als sein Gegner dann Joachims Springer schlug, nahm er mit dem falschen Bauern wieder und ermöglichte seinem Gegner leider eine Springergabel mit Qualitätsgewinn. Jetzt setzte Joachim auf Angriff und opferte seine letzte Leichtfigur für den Königsangriff, aber sein Gegner konnte einen Zug später Joachim zum Tauschen zwingen und hatte dann im Endspiel mit seinem Turm als Vorteil keine Probleme. Wolfgang spielte gegen ein Italienisch und wählte früh die falsche Fortsetzung, was ihn zwar nur einen Bauern kostete, aber auch die Rochade verbaute. Sein Gegner konnte dann mit seiner Dame einen weiteren Bauern schnappen, ehe Wolfgang diese tauschte. Jetzt versuchte Wolfgang irgendwie Material aufzuholen, aber dadurch wurde es nur schlimmer und er verlor eine Qualität. Das Spiel ging noch einige Züge weiter, in denen Wolfgang zwar viel versuchte, sein Gegner den Vorteil aber überlegt ausspielen konnte und letztendlich gewann. In Daniels Partie drehte sich viel um den schwarzen König, der früh kurz rochierte und danach den h-Bauern mit Kh7 verteidigen musste. Als Daniel merkte, dass der Bauer nicht zu erobern war, griff er im Zentrum an und versuchte seine Figuren aktiver zu positionieren. Das gelang ihm aber nicht und kurz nach dem Damentausch einigte man sich auf ein Remis, wobei Daniel zwar aktiver stand, aber der Computer die Stellung für ihn als leicht schlechter bewertet.
Matthias spielte mit seinem Englisch gegen ein Königs-Indisch. In der Eröffnung passierte nicht viel, je ein Läufer und ein Springer wurden getauscht. Sein Gegner wählte dann aber ein verfrühtes f5, mit dem Motiv einen Springer zu gewinnen, nachdem Matthias hier geschlagen hatte. Aber auch die restlichen Bauern am Königsflügel fielen dadurch und so hatte Matthias massig Kompensation. Sein Gegner gab nun eine Qualität ab, um nur noch zwei Freibauern gegen sich zu haben, die er auch gut stoppen konnte. Danach wählte er eine Zugwiederholung, aus der Matthias nicht ohne Verluste rausgekommen wäre, um zumindest einen Mannschaftspunkt zu garantieren. Ich spielte gegen ein Englisch und wählte auch eine indische Variante. Mein Gegner besetzte also früh das Zentrum und ich versuchte am Damenflügel etwas zu gewinnen. Das konnte mein Gegner aber überlegt verteidigen und so stand ich im Mittelspiel recht eingeengt da. Da mein Gegner aber viel mehr Zeit für seine Züge brauchte, hatte ich zumindest hier einen Vorteil und wählte komplizierte Züge. Dabei aber verlor ich am Königsflügel die Sicherheit für meinen König und mein Gegner wollte das ausnutzen. Zum 30. Zug hin hatte er nur noch eine Minute auf der Uhr und ließ sich auf ein schwaches Qualitätsopfer ein. Dennoch musste ich jetzt viel verteidigen, mein Gegner stellte mit fast jedem Zug neue Drohungen auf. Dennoch konnte ich dem Druck standhalten und einen Bauern gewinnen und meinen Turm am Damenflügel stark auf der siebten Reihe platzieren. Einen Zug vor der Zeitkontrolle und frischen 30 Minuten unterlief meinem Gegner dann der entscheidende Patzer. Er griff einen meiner Bauern an, hatte aber nun den Weg zu seinem eigenen König entblößt und mir gelang es nach etwa drei Minuten, den Mattzug zu sehen. Robin wählte die Slawische-Verteidigung und tauschte in der Eröffnung früh drei Leichtfiguren, sodass er noch einen Springer gegen einen Läufer hatte. Dabei kam es zu einem Bauernverlust, aber insgesamt hatte Robin mit seinen Bauern mehr Raum erkämpft. Da die anderen Partien schon früh zu Ende gingen, war klar, nur ein Sieg würde der Mannschaft noch helfen, also bemühte sich Robin darum. Nachdem auch die Damen und einmal Türme getauscht worden waren, konnte Robin seinen König aktivieren und hatte sogar einen starken Freibauern. Sein Gegner gab einen Bauern ab, um Robins Bauern zu stoppen. Leider verpasste Robin beim Versuch das Feld davor zu erobern den Bauern zu decken. Sein Gegner spielte aber nicht sauber weiter. Hätte Robin hier die Figuren getauscht, hätte er wohl das entscheidende Tempo mehr gehabt, um die Partie zu gewinnen. Das erforderte aber viel Rechenarbeit und nach über drei Stunden in der Partie ist es von außen immer viel leichter gesagt. Bedauerlicherweise übersah Robin dann eine Turmgabel und hatte für einen neuen Freibauern den Springer abgegeben. Mit Dauerschach wäre die Partie noch ein Remis gewesen, aber da das ja nicht zum Punkt gereicht hätte, versuchte Robin sein Glück, aber verlor dann das Endspiel.
Nach dieser doch bitteren Niederlage, stehen wir zwar weiterhin auf dem fünften Platz in der Tabelle, haben aber genau wie die anderen vier Mannschaften unter uns zwei Mannschaftspunkte.
Da wir im Februar spielfrei haben, werden wir wohl weiter abrutschen. Im März kommt dann der Tabellenführer vorbei, aber das Spiel geht wieder bei null los.