{"id":10234,"date":"2022-07-30T20:09:13","date_gmt":"2022-07-30T19:09:13","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sc-gerthe-46werne.de\/?p=10234"},"modified":"2022-07-30T20:17:56","modified_gmt":"2022-07-30T19:17:56","slug":"dortmunder-schachtage-sparkassen-chess-tropy-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sc-gerthe-46werne.de\/?p=10234","title":{"rendered":"Dortmunder Schachtage &#8211; Sparkassen Chess Tropy 2022"},"content":{"rendered":"<p><u>Bericht von <strong>Marcel Quast<\/strong> und <strong>Bernd Gottmann<\/strong><\/u><\/p>\n<p>Letzten Sonntag ist die Dortmunder Sparkassen Chess Trophy zu Ende gegangen, die aus dem NC World Masters (keine Rochaden erlaubt), dem Deutschland Grand Prix, je einem Einladungsturnier f&uuml;r Nachwuchstalente offen und nur Frauen ((NRW Cup) sowie den beiden Open A und B besteht. Dieses Jahr war neu, dass alle Turniere bis auf das B-Open parallel in einem gro&szlig;en Saal in den Westfalenhallen stattfanden. Die beiden erstgenannten auf der B&uuml;hne, davor in einem abgesperrten Bereich die NRW Cups und im Rest des Saals das Open. Dort wurde zwar auch das B-Open gespielt, allerdings am Vormittag\/Mittag vor den anderen Turnieren, die um 15 Uhr starteten. Aus unseren Reihen hat neben mir auch Bernd Gottmann mitgespielt, der das Turnier zun&auml;chst aus seiner Sicht schildert, w&auml;hrend ich anschlie&szlig;end noch meine Eindr&uuml;cke erg&auml;nze.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><strong>Es hat Spa&szlig; gemacht, sich im Urlaub verpr&uuml;geln zu lassen<\/strong><\/p>\n<p>Ich startete als &sbquo;formal&lsquo; Letzter mit Startnummer 185 im A-Open, da neben mir nur ein weiterer keine ELO hatte. In Runde 1 durfte ich dann gegen einen FM aus Indien ran. Der Nimzo-Inder lief eigentlich ganz gut an. Als ich angenehmer stand zog er das Tempo an, was mir zun&auml;chst einen r&uuml;ckst&auml;ndigen Bauer einbrachte, ein tolles positionelles Qualit&auml;tsopfer sein sollte, dann aber doch nach hinten losging. 0:1 &ndash; Gegner zu stark. In Runde 2 wurde ich in einer Benoni-Struktur mit h4 angesprungen, verpasste seinen Springer abzutauschen, der dann auf g5 auftauchte, dort mit f6?? und &sbquo;Bauerngewinn&lsquo; vertrieben wurde, aber bei mir eine Ruine hinterlie&szlig;. 0:1 &ndash; wurde &sbquo;leichtfertig&lsquo; &uuml;berrannt &ndash; Gegner, der bei 6 Punkten landete, zu stark. Runde 3: leider Freilos.<\/p>\n<p>Runde 4: Wieder Nimzo-Inder, mit schwarzer Idee c6, La5, Lc7 und Visier auf meinen K&ouml;nig. Sah mich &sbquo;pl&ouml;tzlich&lsquo; einem K&ouml;nigsangriff ausgesetzt, der auch sehr gef&auml;hrlich war. Mein Gegner ging jedoch nicht ausreichend ins Risiko, Erleichterung nach erreichtem Damentausch =&gt; Remis. Runde 5: Es kam die etwas riskante und vom Computer verschm&auml;hte Lg7 x c3-Variante aufs Brett. Nach Damentausch erhielt ich eine gedr&uuml;ckte Stellung gegen das L&auml;uferpaar, die ich aufgrund zu passiver Spielweise nicht halten konnte =&gt; 0:1. Runde 6: Mein Gegner stellte im K&ouml;ngsinder im Mittelspiel einen Bauern ein, hatte daf&uuml;r aber &auml;hnlich der Wolga-Gambit-Struktur Druck am Damenfl&uuml;gel. In Zeitnot &sbquo;stellte ich ein&lsquo; oder besser opferte ich eine Qualit&auml;t f&uuml;r starken L&auml;ufer und Freibauern, was dann schlie&szlig;lich zum Gewinn ausreichte =&gt; endlich ein Gewinn nach langem Kampf.<\/p>\n<p>Runde 7: Hier wollte ich eigentlich &ndash; nat&uuml;rlich v&ouml;llig uneigenn&uuml;tzig &ndash; Revanche f&uuml;r Marcels einzige Niederlage der letzten Saison nehmen ;-). Es kam eine Pirc-Struktur abseits irgendwelcher Theorie aufs Brett. Wieder fand ich den sehr schw&auml;chenden Zug f6??, der immerhin ein Tempo brachte, aber ein Loch in meiner Stellung hinterlie&szlig;. Als ich dachte, alles im Griff zu haben, flog die Stellung dann doch (logischerweise) auseinander =&gt; 0:1, eine positionell echt grausame Leistung. Runde 8: Wieder Benoni-Struktur etwas eingeengt mit kreativem Se7. Zu passiv gespielt und die Stellung irgendwie zusammengehalten, obwohl der Computer doch gerne Wei&szlig; hatte. Im 40. Zug den Ausgleich wieder weggeworfen, weil ich das Eindringen seines Turmes gestattete. Den Freibauern lie&szlig; der Gegner sich irgendwie wieder abluchsen, so dass er im 92. Zug mit meinem Patt dem Remis zustimmen musste. Runde 9: Leider zog mein Gegner es vor, nicht zu erscheinen, muss wohl Angst gehabt haben ;-).<\/p>\n<p>Als Res&uuml;mee bleibt, dass es ein Turnier mit toller Atmosph&auml;re und echt guten Rahmenbedingungen war. Nach jeder Partie wurde mit dem Gegner analysiert, es entstanden auch neben dem Schach interessante Gespr&auml;che. Schachlich wurde mir best&auml;tigt, dass da doch deutlichste L&uuml;cken sind, wobei ich echt Lust habe, an dem ein oder anderen was zu tun. Ach ja, den Gro&szlig;meistern zuzugucken, daf&uuml;r blieb leider nicht so viel Zeit. Daf&uuml;r war es umso spannender die Bretter um sich oder die Bretter der ersten Reihen mit &sbquo;normalen Meistern&lsquo; zu beobachten. Und beeindruckend, wie Marcel aus gef&uuml;hlt ausgeglichenen Stellungen immer wieder was rausholt und auch dem Druck der ganz Starken standh&auml;lt.&nbsp;<\/p>\n<p>Ich plane n&auml;chstes Jahr wieder dabei zu sein, hoffentlich dann mit 9 statt nur 7 gespielten Partien.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>Dem kann ich mich nur anschlie&szlig;en, auch ich habe vor n&auml;chstes Jahr wieder am Start zu sein. Da ich in Dortmund schon &ouml;fter mitgespielt habe, habe ich schon verschiedene R&auml;umlichkeiten der Open und auch des Gro&szlig;meisterturniers, dem fr&uuml;her noch alleinigen Hauptevent der Dortmunder Schachtage, miterlebt. Ich fand es immer spannend nach meiner Partie zu den Gro&szlig;meistern zu gehen und mit Live-Kommentar im Publikum zu sitzen. Live-Kommentar gibt es zwar immer noch, nun aber in Form eines Streams im Internet. Es ist zwar nett mit den Top-GMs in einem Raum zu spielen, da diese aber auf der B&uuml;hne und davor die abgesperrten NRW Cups waren, hat man davon nicht so viel gehabt. Auch war man, wie Bernd schon geschildert hat, zu sehr auf seine eigenen Partien konzentriert, um sich denen auf der B&uuml;hne ausreichend widmen zu k&ouml;nnen. Ich f&uuml;r meinen Teil bervorzuge das alte Konzept. Was ich hingegen an der neuen Chess Trophy hervorragend finde, ist die Spielst&auml;rke im Open. Ich war nur an 65 gesetzt und hatte das Vergn&uuml;gen gegen einen GM, zwei IMs und einen FM spielen zu d&uuml;rfen. Entgegen vieler anderer Turniere &uuml;berstand ich die erste Runde als Favorit schadlos und wurde durch die GM-Partie belohnt, die zudem als eine der Partien an den ersten zw&ouml;lf Brettern live ins Internet &uuml;bertragen worden war.<\/p>\n<p>Zu dieser Ehre sollte ich zwar nicht mehr kommen, weil ich in der n&auml;chsten Runde in einer total gewonnenen Partie gegen einen nominell schlechteren Spieler noch verlor, doch danach lief es bei mir wieder besser. Es folgten zun&auml;chst drei Siege gegen tiefergesetzte Spieler und zum Abschluss drei Remispartien gegen eben zwei IMs und einen FM. Hierzu muss man noch sagen, dass ich gegen den einen IM zwischenzeitlich total auf Verlust stand, aber durch aktives Gegenspiel, welches er unn&ouml;tigerweise zulie&szlig;, noch Remis halten konnte und, dass ich gegen den zweiten IM in der Schlussrunde einen Zug verpasste, der mir deutlichen Vorteil beschert h&auml;tte. So wurde in ein ausgeglichenes Endspiel abgewickelt, in dem ich mir selbst noch Probleme bereitete und am Ende nach &uuml;ber 100 Z&uuml;gen mit Turm gegen Turm und Springer remisierte. Als letzte Partie des Opens und zusammen mit einer anderen Partie im NRW Cup, die noch ein kleines bisschen l&auml;nger andauerte, sorgten wir dann auch noch f&uuml;r eine Verschiebung der Siegerehrung, die als echtes Event veranstaltet wurde. Im Gro&szlig;en und Ganzen hat mir das Turnier sehr viel Freude bereitet und eine Menge Spa&szlig; gemacht, vielleicht stellen wir ja n&auml;chstes Jahr sogar mehr als nur zwei Teilnehmer aus unserem Verein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sparkassen-chess-trophy.de\/index.php\/de\/\"><u><strong>Link zur Turnierseite mit Infos zu allen Turnieren<\/strong><\/u><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Ca2s2l_9dVo\"><u><strong>Impressionen des Turniers als YouTube-Video (2:29 min)<\/strong><\/u><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von Marcel Quast und Bernd Gottmann Letzten Sonntag ist die Dortmunder Sparkassen Chess Trophy zu Ende gegangen, die aus dem NC World Masters (keine Rochaden erlaubt), dem Deutschland Grand Prix, je einem Einladungsturnier f&uuml;r Nachwuchstalente offen und nur Frauen ((NRW Cup) sowie den beiden Open A und B besteht. 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